Die Blutsbrüder Ranger und Abahachi reiten endlich wieder. Seit Dezember 2008 wird im Theater des (wilden) Westens in Berlin scharf geschossen und scharfzüngig palavert – denn hier ist die Musical-Version der legendären Kino-Westernparodie „Der Schuh des Manitu“ von Michael „Bully“ Herbig Zuhaus. Im Interview beleuchtet Michael „Bully“ Herbig die Hinterhründe des Projekts.
com_EDDIE: Wie entstand die Idee, aus dem Film “Der Schuh des Manitu” eine Musicalfassung zu machen, die mittlerweile in Berlin zu sehen ist?
Bully: Ich hab’ das angezettelt, weil ich mir ein Musical gut vorstellen konnte. Ich freue mich wahnsinnig, dass die Idee auch so gut aufgenommen wurde und Stage Entertainment das so richtig, richtig groß macht. Das find’ ich toll. Witzigerweise endet das “Making-Of” zum Kinofilm von “Schuh des Manitu” mit dem Satz: “Als Nächstes ist ein Musical dran“. Das Interview stammt aus dem Jahr 2000 – da war der Film noch gar nicht im Kino. Es war immer schon ein Herzenswunsch von mir, mal ein Musical zu machen! Einer meiner All Time Favorites ist “Singin’ in the Rain”!
com_EDDIE: Der Film lebt von seiner Komik. Hatten Sie keine Angst, dass diese nicht auf ein Musical übertragen werden kann?
Bully: Die Vorfreude, dass “Der Schuh des Manitu” ein Musical wird ist um ein Vielfaches größer als irgendwelche Ängste. Andernfalls sollte man solche Dinge auch nicht anpacken. Bei diesem Projekt bin ich – Gott sei Dank – eher Zuschauer, d.h. ich stehe hier gar nicht so im Fokus. Hier sind die richtigen Musical-Profi s am Werk, die den Charme des Films verstanden haben und das jetzt auf die Bühne bringen. Man sollte keine Kopie des Films erwarten. Ein Musical unterliegt anderen Gesetzen als ein Kinofilm. Ich glaube, dass der Witz gut adaptiert wird und durch Musik ergänzt werden kann.
com_EDDIE: Wieso Berlin und nicht München?
Bully: Natürlich hat man sich gefragt, wo wird das Musical denn uraufgeführt? Man vermutet irgendwie München, weil es ja auch “Südstaaten-Slang” ist, der im Film gesprochen wird. Aber ich find’ es gerade gut, dass es im Theater des Westens, des “Wilden” Westens sozusagen, passiert. Jetzt haben alle “Südstaatler” einen weiteren Grund, mal nach Berlin zu kommen.
Das geistige Universum der legendären Frühstyxradio-Crew erscheint gigantisch. Unzählige fremde Galaxien, belebt von skurrilen Gestalten wie Onkel Hotte, den Arschkrampen, Frieda und Anneliese oder dem kleinen Tierfreund. Seit 20 Jahren gehört das Autoren-Team um Oliver Kalkofe, Oliver Welke, Sabine Bulthaup, Andreas Liebold, Asso Richter und Dietmar Wischmeyer zu den Vorreitern der deutschen Comedy-Landschaft. Frühstyxradio-Gründungsmitglied Andreas Liebold blickt anlässlich des 20jährigen Jubiläums nochmals auf die Anfangstage zurück …
com_EDDIE: 20 Jahre Frühstyxradio – dazu erst mal herzlichen Glückwunsch! Aber sind denn „Der kleine Tierfreund“ & Co in der Zwischenzeit auch wirklich erwachsen geworden?
Andreas Liebold: Klar sind die alle erwachsen geworden oder Kind geblieben, genauso wie sie damals schon kindische Erwachsene waren oder sollte man sagen: Verwachsene ?!?
com_EDDIE: Als ihr 1988 angefangen habt, sah die Unterhaltungs- und Medien-Landschaft noch etwas anders aus – unter einem Begriff wie Comedians konnte sich seiner Zeit noch niemand etwas vorstellen. Als was habt ihr euch damals eigentlich selbst gesehen und war euch bewusst, dass ihr mit dem Frühstyxradio geradezu auf bahnbrechende Art und Weise Neuland betretet und das Feld für eine völlig neue Form der Unterhaltung ebnet?
Andreas Liebold: Wir haben gemacht, was uns Spaß machte. Das hatte damals noch nicht das Etikett „Comedy“. Wenn wir Oma Zuhause erklären wollten, was wir da machten, ging das nur über die Schiene „so ne Art Sketche“ - wobei sich natürlich innerlich alles gegen diesen Begriff wehrte. Wenn man anfängt, so etwas wie wir damals zu machen, dann merkt man nichts von wegen „bahnbrechend“, man macht einfach und freut sich, wenn es ankommt und macht dann halt einfach munter weiter.
com_EDDIE: Ihr wart von Anfang an auch schon immer fleißige CD- und Merchandising-Veröffentlicher – habt ihr selbst eigentlich noch den Überblick wann wer und mit wem welche CD veröffentlicht hat?
Andreas Liebold: Ja, dafür sind extra sieben Japaner angestellt, die wir Tag und Nacht anrufen können, wenn wir so etwas wissen wollen.
com_EDDIE: Dazu passend vielleicht diese Frage – wie gefällt euch denn das „Frühstyradio-Archiv“ im Internet, bei dem ein Fan detailverliebt alle eure Sendungen, Figuren, Serien auflistet und über 6000 alte Beiträge von euch gesammelt hat?
Andreas Liebold: Super-Archiv, das hätten wir selber nie so hingekriegt – das ist schon toll!
com_EDDIE: Ihr wart eurer Zeit oftmals einen Schritt voraus, sei es als „Revoluzzer gegen das Format-Radio“ aber auch mit kontroverseren Themen wie beispielsweise eure oft angeprangerte Fäkalsprache oder der Gründung einer eigenen Partei. Auf welche „Errungenschaft“ oder Aktion der letzten 20 Jahre seid ihr im Nachhinein besonders stolz und über welche „Jugendsünde“ würdet ihr andererseits heute lieber den Mantel des Schweigens hüllen?
Andreas Liebold: Die Teilnahme der FSR-Partei an der Landtagswahl in Niedersachsen war sicher ein Highlight der Früstyxradio-Geschichte; die vielen Auftritte waren richtig schön, vor allem, weil wir so gleich nach der Wende den Osten kennen lernen konnten. Jugendsünden kennen wir nicht, weil wir ja nur „Kinderkacke“ machen.
60 Jahre nach seiner Geburt und 30 Jahre nach dem Start seiner einzigartigen und erfolgreichen Karriere stellt sich Jürgen von der Lippe auch der Königsdisziplin: er präsentiert in absoluter Bestform ein Best-of-Programm. Höhepunkte am laufenden Band. Ein Wiedersehen mit Clint Eastwood und Kalle sowie von der Lippes alter Ego als Heiland vom Eiland und natürlich auch den lieben Sorgen.
com_EDDIE: Aktuell Sind Sie mit dem Programm „Das Beste aus 30 Jahren“ auf Tour – angesichts der Fülle an gutem Material müsste da ein Auftritt bei Ihnen doch mindestens locker zehn Stunden gehen? War es denn schwer „Das Beste aus 30 Jahren“ auszusieben?
Jürgen von der Lippe: Och, (schmunzelnd) mit zehn Stunden würde man da ja nun gar nicht hinkommen. Nein, Spaß beiseite: das Material ist ja bei Licht betrachtet heute auch nur noch zu einem gewissen Teil tauglich – und das war für mich das Kriterium. Die Songs, die Texte oder die Parodien, denen man anmerkt wie alt sie sind, die habe ich nicht genommen. Deshalb ist beispielsweise auch ein Udo Lohmeier nicht dabei, da die Nummer heute einfach nicht mehr durchzieht. Das geht vom Tempo her nicht und da ist auch die Gag-Dichte nicht so, wie man das heute erwartet. Und ich will ja auch ganz bewusst nicht nur meine treuen Fans bedienen sondern ich möchte ja auch, dass jemand der zum ersten Mal bei mir ist mit dem Auftritt etwas anfangen kann. Ansonsten habe ich halt die Texte genommen und habe sie völlig modernisiert und habe nur das Grundgerüst gelassen, ansonsten aber neue Texte dafür geschrieben.
com_EDDIE: Wenn man wirklich einmal 30 Jahre in ihrer Biographie bis zu ihren Wurzeln zurückgeht, dann landet man bei den Gebrüder Blattschuss. War es angesichts des Best-of-Programms auch mal angedacht, auch ganz alte Nummern wieder hervorzukramen beziehungsweise was ist die älteste Nummer, die sich nun im Programm wiederfindet?
Jürgen von der Lippe: Die Gebrüder Blattschuss waren eigentlich gar nicht die Wurzel. Das war eine Zufallsgründung. Eigentlich war das nur ein lockerer Zusammenschluss der komischen Berliner Fraktion, um den 8. Geburtstag eines unserer Stamm-Auftritts-Lokale des „Go Ins“ zu feiern. Und das kam halt dermaßen gut an, dass wir da offensichtlich eine Marktlücke getroffen hatten. Offensichtlich war es so, dass die Szene eine solche Gruppe wünschte. Aber davor war ich schon vier Jahre Solist, wie die anderen auch. Und ich war auch schon während der Blattschuss-Zeit solo eigentlich erfolgreicher als die Gruppe und habe dann danach auch solo weitergemacht. Aber ich muss immer wieder lesen, ich habe mit Blattschuss angefangen - aber das ist Unfug. Die älteste Nummer im Programm dürfte übrigens von 1984 sein, schätze ich mal.
com_EDDIE: Wie erfolgte im Vorfeld eigentlich die Auswahl der Nummern fürs Programm? Hat man sich da nochmal alte Fernseh-Aufzeichnungen angeschaut, alte Platten durchgehört und Skripte von damals gelesen oder aus der Erinnerung heraus dem Bauchgefühl folgend?
Jürgen von der Lippe: Nee, das ist nicht mehr alles im Kopf drin. Diese Masse an Zeug habe ich nicht mehr aufem Schirm. Ich muss ja auch immer wenn ich einen Break so von zwei Monaten habe, in denen ich etwas völlig anderes tue, muss ich auch das Programm, das ich gerade spiele, wieder neu lernen weil da in der Zwischenzeit einfach soviel Zeug durch meine Rübe geht. Ich muss alleine für meine Sendung „Was liest Du?“ 100 komische Bücher durchlesen - das ist alles schon beängstigend viel an Arbeit geworden. Aber es macht ja Spaß!
com_EDDIE: Wenn man sich die alten Sachen angeschaut hat, waren das dann mehr schöne Erinnerungen an die alte Zeit oder hat man auch mal die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen so nach dem Motto: mein Gott, was habe ich damals nur gemacht?
Jürgen von der Lippe: Beides! Es sind sogar durchaus beide Reaktionen bei dem selben Material möglich. Das hängt immer stark von der Tagesform ab. Ich rezipiere mein eigenes Zeug ganz unterschiedlich, ich fi nde es mal toll und mal furchtbar.
com_EDDIE: In den vergangenen 30 Jahren haben Sie fast alles gemacht, was man machen kann. Sie haben Platten aufgenommen, Fernseh-Shows kreiert, Bühnenprogramme geschrieben, Filme gedreht, Hörspiele vertont und vieles mehr. Gibt es ein Metier, das ihnen nach 30 Jahren in ihrer Sammlung noch fehlt und das Sie in Zukunft unbedingt noch angehen wollen?
Jürgen von der Lippe: Ausdruckstanz und Synchronschwimmen! Aber beide Metiers würden mich ehrlich gesagt auch nicht besonders reizen. Nein, Spaß, ich glaube wirklich alles was man so machen kann habe ich mal ausprobiert mit Ausnahme auf dem Buchsektor: ich habe noch keinen Roman geschrieben, das ist aber auch schon in Arbeit. Zumindest habe ich schon vier angefangen, kann mich aber für kein Sujet entscheiden. Genau genommen habe ich sogar 64 Romanideen in meinen verschiedenen Ordnern und habe jetzt mal vier Ideen angefangen, um herauszufinden bei welchem Thema ich mich am wohlsten fühle.
com_EDDIE: Zu guter letzt noch die Frage nach dem wirklich „Besten aus 30 Jahren“. Was war ihr persönliches Highlight der vergangenen 30 Jahren?
Jürgen von der Lippe: Gut, „Guten Morgen“ als Nummer-1-Hit, das war schon ne schöne Sache mit schönen Momenten. Ob ich da an die Funkausstellung denke, wo ich mit Michael Schanze und Siggi Harreis war und dann war Stromausfall und ich habe dann mit 3000 Leuten im Fernsehgarten 20 Minuten lang „Guten Morgen, liebe Sorgen“ gesungen - aber auch der “Goldene Löwe” in der Dortmunder Westphalen-Halle war schön: 12.000 Leute und ich komm’ von der Bühne und die Leute sind ziemlich am ausrasten - und dann kommt Udo Jürgens zu mir her und sagt: „Vielen Dank, dass ich jetzt nach Dir auf die Bühne darf!“ Es gibt viele solcher toller Momente, wie beispielsweise in Süke, als ich auf der Bühne stand und mache da gerade eine Lindenberg-Parodie und die Leute rasten völlig aus – und ich denke noch: meine Güte, du musst aber eine Sternstunde erwischt haben und dann kucke ich über die Schulter und dann steht da Rudi Carell auf der Bühne, denn der wohnte ja da. Deshalb hat er sich dort damals auf die Bühne geschlichen und dann haben wir auch noch 20 Minuten lang improvisiert. Es gibt wirklich viele solcher Momente, die man alle nicht missen möchte. Ohne jetzt zu sagen: das war das Größte – jeder war anders und jeder war schön.
Hinter Vorzeige-Lockenkopf Atze Schröder liegt ein äußerst ereignisreiches Jahr 2009, doch auch im neuen Jahr wird der Ruhrpott-Komiker wieder Vollgas geben. Gleich zu Beginn, am 23. Januar 2009, führt ihn sein Weg dabei u.a. nach Karlsruhe, wo er im Rahmen seiner aktuellen „Mutterschuz„-Tour in der Europahalle Station machen wird. com_EDDIE traf sich im Vorfeld des Auftrittes mit dem Comedian …
com_EDDIE: Am 23. Januar 2009 führt Dich dein Weg nach Karlsruhe. Nicht dein erster Besuch in der Fächerstadt, oder?
Atze: Nein, ich war schön öfter da und habe da auch schon mal beim Bassisten der Flippers im Wohnzimmer gesessen und von da gemütlich in’s Tal runtergeschaut - der wohnt da etwas außerhalb. Außerdem habe ich auch noch einen sehr guten Freund in Karlsruhe, meinen Kumpel Rolf, mit dem habe ich auch schon mal oben im Restaurant am Turmberg gegessen – das ist ja eine feine Sache. Die Badener verstehen es halt einfach zu leben. Klar, wenn man aus’em Ruhrgebiet kommt findet man es überall schön aber in Baden schmeckt es dazu halt auch noch so gut!
com_EDDIE: Dein aktuelles Programm „Mutterschutz„ steht ganz im Zeichen der Mütter der Nation. Wie kam es zu dieser „Muterliebe„?
Atze: Ich habe am Strand von Norderney einmal eine Mutter erlebt, die mit der Jacke in der Hand ihrem Kleinen hinterherrief: „Timo! Zieh‘ die Jacke an, Mutti is‘ kalt!„ Wenn Mütter mit ihren Kindern sprechen, dann hat das einfach eine ganz besondere Bewandtnis. Oder anderes Beispiel: ich habe auch mal eine Mutter im Streichelgehege im Duisburger Zoo beobachtet, die zu ihrem Kleinen sagte: „Marvin mach der Mäh mal Ei!„ – also der Kleine sollte die Ziege streicheln. Und da wusste ich: das ist was für mein neues Programm.
com_EDDIE: Also ist bei dir sozusagen quasi jeden Abend auf der Bühne Muttertag?
Atze: Ja, die Mütter kriegen bei mir verbal die Gürkchen ins Gesicht gelegt. Ich fülle den Müttern den Champagner in die Wärmflasche und feiere deren vergessene Geburtstage. Ich bin quasi Hei-liger und Hengst für die Mütter zugleich.
com_EDDIE: Eine Mutter, die dabei sicher nicht vergessen werden darf, ist übrigens Pamela Anderson …
Atze: Ja klar, die hat vor ein-einhalb Jahren ja auch noch mal einen Kleinen gekriegt – und da haben sich bei Pamela Anderson einfach viele gefragt: kann diese Frau stillen? Und ich sag’ mal: wenn die Arme lang genug sind, dann kann das tatsächlich gehen!
com_EDDIE: Das alte Jahr neigt sich dem Ende zu, das neue steht vor der Tür – traditionell die Zeit für gute Vorsätze! Was hast Du Dir für 2009 vorgenommen?
Atze: Ich wollte ja für dieses Jahr eigentlich unbedingt mit dem Rauchen anfangen, habe es aber mal wieder nicht geschafft! Und fürs neue Jahr bin ich – halte dich fest, denn das ist wirklich der Hammer – tatsächlich gefragt worden, im neuen Tarzan-Film den Tarzan zu spielen und dafür müssten dann eigentlich schon noch mal so fünf Kilo runter. Aber ich bin glaube ich alleine letzte Nacht wieder zwei Kilo rauf, das dürfte also eh alles wieder nichts werden …